Komm doch mit strööfe. Bewegungsmuster eines 11-jährigen innerhalb der Begau 1963.
Teil 1.
Ich laufe die Gartenstraße hoch in Richtung Glück-Auf-Straße (heute heißt die Paulstraße). Am Ende der Gartenstraße biege ich links ab. Nach ca. 50 m hört hier die Begau auf. Ich sehe eine riesengroße Wiese mit einigen Bäumen, manche davon sehr hoch und mit einem dicken Stamm. Wenn ich nach rechts schaue sehe ich hinter dem Garten des letzten Siedlerhauses der Glück-Auf-Straße das Stromhäuschen. Dunkel erhebt es sich und es wirkt wie ein kleiner Turm. Der Feldweg schlängelt sich dann in einer weiten Linkskurve zur B1. Zwischen dem Stromhäuschen und der B1 gibt es nur Feld. Weiter rechts kann man den Garten der Gaststätte Merkelbach sehen. Schaut man nach links sieht man den Bauernhof der Familie Meisenberg (ehemals Delaheye) mit seinem (meist stinkenden) Entenpfuhl. Das Gebäude von „drei Pa-gen“ gibt es noch nicht. Aber am Ende der großen Wiese kann man die Gleise der Bahnlinie Stolberg - Herzogenrath erkennen.
Ich wende mich jetzt vom Ende der Glück-Auf-Straße nach links. Da stehen zwei oder drei Häuser. In einem wohnt Hubert Marx, ein Schüler der eine Klasse unter mir ist. Ich gehe den Feldweg (mit vielen Schlaglöchern) in Richtung St. Jöris. Wenn ich nach links schaue sehe ich einen Grüngürtel ca 30m – 40 m breit, gebildet aus Bäumen und Sträuchern. Man kann die Gärten der Häuser in der Gartenstraße kaum sehen. Vom Feldweg bis zu dem Grüngürtel verläuft ein langer Wiesenstreifen. Auf der rechten Seite reichen Wiese und Feld bis zu den Zuggleisen der Bahnlinie Stolberg - Herzogenrath. Ich komme am anderen Ende der Begau an. Hier endet die Straße „Alter Römerweg“. Wenn ich weiter geradeaus gehen würde wäre ich immer noch im Grüngürtel mit seinen Wiesen, Bäumen und Sträuchern (heute gibt es dort eine Straße und die heißt sinniger Weise „Im Grüngürtel“). Für uns Kinder war der gesamte Grüngürtel vom Stromhäuschen bis zum letzten Haus der verlängerten Gartenstraße ein rie-sengroßer Abenteuerspielplatz. Die Erbauer der Begau waren sehr der Natur verbunden und schafften mit dem Grüngürtel einen einmaligen Lebensraum für Vögel und anderes Getier.
Ich gehe jetzt nach links und biege in die Straße „Alter Römerweg“ ein. Die ersten Häuser sind links das Haus von Krämer und rechts das Haus von Nolden. Ich gehe weiter und sehe dann links und rechts die Gartenstraße und kurz danach die Michaelstraße auf der linken Seite. Etwa 20m weiter geht es rechts in die Heinrich-Heine-Straße. Weiter geht es. Links sieht man nun die Verbindungsgasse vom Römerweg zur Gemeinschaftswiese. Die mitten im Dorf gelegene Gemeinschaftswiese ist der zweite große Abenteuerspielplatz für uns Kinder. Ich gehe aber weiter geradeaus und sehe nun rechts die Straße „Am Ginsterbusch“ (heute heißt die wohl Rilkestraße). Weiter geht es bis kurz vor dem Ende des Römerweges rechts die Straße „Auf der Weide“ abgeht. Wenn man jetzt nach links schaut sieht man nur Wiese. Es gibt noch keine Johann-Kayen-Straße (vorher Carl-Diem-Straße), also reicht die Wiese ununterbrochen bis runter zur Schule und links rüber bis zur Michaelstraße. Links geht jetzt die Ehrenstraße ab. Dort sieht man nur drei Siedlerhäuser (das sind die Lehrerhäuser). Zwischen der weiter unten gelegenen Bäckerei Mainz und dem ersten Lehrerhaus wieder nur Wiese, lediglich getrennt durch den Wardener Bach. Auf Höhe des heutigen Spielplatzes (der wurde in diesem Jahr 1963 gebaut) gehe ich nach rechts auf einem Trampelpfad am Wardener Bach vorbei. Links sieht man hinter den Wiesen die ersten Häuser der Randsiedlung und einen freien Platz mit einer Litfassäule und einer Bank. Geradeaus geht der Trampelpfad weiter, entlang des Wardener Baches, in Richtung Wardener Sportplatz. Ich gehe aber auf Höhe der Litfassäule nun nach rechts in Richtung Judenfriedhof. Es geht leicht bergauf bis zu unserem Lieblingsplatz, der Bank die unter hohen Pappeln direkt gegenüber dem Tor des Judenfriedhofes steht. Und richtig, da sehe ich auch schon meine Freunde, sie sitzen auf der Bank und lachen.
Hinter der Bank gibt es wieder nur Bäume und Gebüsch bis zu den Gärten der Lehrerhäuser. Die Lehrer können deswegen die Bank nicht sehen.
Ein paar Meter weiter kommt man auf die enge Straße die nach Warden führt. Die gehen wir nun gemeinsam ca. 100m in Richtung Warden, dann kommt die zweite Bank, hinter dem Judenfriedhof, „genannt „de rote Bank“ in „d´r Graat“ auf der linken Seite im Gebüsch versteckt. Dort werden wir für heute noch etwas Schabernack treiben bevor wir wieder nach Hause gehen. Etwas entfernt sehen wir die Straßenbahn der Linie 28 Eschweiler – Alsdorf über die Brücke fahren und ganz in der Ferne sieht man die ersten Häuser von Warden. Rechts der Straße gibt es nur Felder die sich bis Kinzweiler ziehen und aus denen blau und rot die Kornblumen leuchten.


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