Ein Schultag in Begau
Freitag, der 5. Juni 1964. Hoengen-Begau
7:00 Uhr.
Das Klappern des Briefkastens kündigt den Erhalt der Tageszeitung an. An diesem Freitag lautet die Schlagzeile "Bundestag billigt Ratifikationsgesetz zum Moskauer Atomteststopp-Abkommen", aber das interessiert mich nicht.
Ich blättere weiter. Im Kulturteil lautet die Überschrift "die Popgruppe The Rolling Stones hat ihren ersten Fernsehauftriff während der US-Tournee". Interessiert lese ich den Artikel durch. Die Wetterkarte auf der Rückseite verspricht warme 23 Grad Celsius und eine trockene Wetterlage.
Auf der TV-Seite ist für 21:00 Uhr eine weiter Folge von 77 Sunset Strip mit dem Titel "Geheimstufe 1" angekündigt. Wir Kinder sind alle Fans von Kookie mit seiner Kratzbürstenstimme (die Serie läuft bereits seit dem Januar 1960). Im Sportteil ist ein großer Bericht über den Start der Fussballbundesliga am 22. August zu sehen. Meine beiden Lieblingsvereine 1860 München und der Meidericher SV sollen beide mit Auswärtsspielen (in Braunschweig und Karlsruhe) starten.
Vom 29. Juli bis zum 8. September sind Sommerferien, so dass jeder von uns den Bundesliga-Start mitbekommen kann. 1964 haben bereits sehr viele Familien auf der Begau ein Schwarz-Weiß-Fernsehgerät z.B. von Nordmende, Telefunken, Saba oder Loewe.
7:30 Uhr. Ich nehme mir meine Schultasche und verlasse die Wohnung. Für den Schulweg brauche ich nur 5 Minuten aber wir Schüler quatschen gerne noch etwas vor Schulbeginn. Heute ist das alles überragende Thema die bevorstehende Wanderung zum Nachbardorf Lürken und die Besichtigung der dortigen Ausgrabungen. Normalerweise hätten wir 5 Stunden Unterricht mit Frau Helene Reuter in den Fächern Rechnen, Geschichte, Erdkunde, Naturkunde und Musik gehabt. Diese Tortur wird jetzt zu unserer Zufriedenheit durch die Wanderung ersetzt.
Da die meisten Jungs selbst Fussballer in der DJK-Begau sind unterhalten wir uns noch eine Zeit über den bevorstehenden Bundesliga-Start und die große Unruhe in der Welt der Erwachsenen, denn gerade läuft in ganz Deutschland eine hitzige Debatte um das deutsche Bildungsniveau. Ausgerechnet auf dem Höhepunkt des Wirtschaftswunders droht Deutschland, das Land der Dichter und Denker, intellektuell zu verkümmern. Die Fakten der Experten sind niederschmetternd. Die Zahl der Abiturienten und Studierenden liegt bundesweit unter dem europäischen Durchschnitt und die Ausgaben für Bildung gehen zurück. Ein eklatanter Lehrermangel kündigt sich an, nur jeder 20. Arbeitersohn schafft den Sprung an die Universität.
8:00 Uhr.
Die Schulklingel ertönt. Wir stellen uns vor dem Eingang in Zweierreihen auf und werden dann von Frau Reuter in die Klasse geführt. Hier wird zuerst ein Gebet gesprochen und dann die Anweseheit der Schüler(innen) überprüft. Die Klasse ist vollzählig. Frau Reuter verlässt für 5 Minuten den Klassenraum um sich mit Herrn Moik abzusprechen.
Am 21. März hatte ich mein Zeugnis empfangen und bin seitdem Schüler des 6.ten Schuljahres. Die Klassenlehrerin ist Frau Helene Reuter. Ihre Schwester Katharina Reuter wurde voriges Jahr pensioniert. Ihr Nachfolger als Schulleiter ist Herr Moik.
Zusammen mit dem 7.ten Schuljar stellen wir uns wieder in Zweierreihen auf dem Schulhof auf. Die Spitze der Wandergruppe übernimmt Frau Reuter und Herr Moik bildet die Nachhut.
Vom Schulhof geht es über die Ehrenstraße bergauf, dann rechts in den Alten Römerweg. An allen 4 Querstraßen vorbei bis zum Feldweg hinter der Gartenstraße (heute St.-Jöris Straße). Dort geht es links ab in Richtung Kinzweiler. Noch vor dem Anfang der Pferdegasse in Kinzweiler biegen wir links auf einen Feldweg. Ab jetzt geht es nur noch geradeaus. Wir erreichen die Kinzweiler Burg und überschreiten die Landstraße. Die Burg zu unserer Rechten marschieren wir nun auf der Straße in Richtung Lürken. Kurz vor Lürken treffen wir auf eine Kreuzung. Links geht es nach Warden, geradeaus nach Laurenzberg und rechts sehen wir schon die Häuser von Lürken.
Nach insgesamt gut einer Stunde Gehzeit erreichen wir Lürken. Am Ortseingang führt Frau Reuter uns auf eine Wiese. Hier bekommen wir noch einige Informationen zur Grabungsstätte und auch Anweisungen zu unserem Verhalten im Bereich der Grabungsstätte. Herr Moik referiert daran anschließend:"das rheinische Landesamt für Denkmalpflege hat vor 3 Jahren in der hügeligen Obstwiese der Burg Lürken mit Ausgrabungen begonnen die sich bis in den Spätherbst 1963 hingezogen haben. Es wurden die Reste eines Badetraktes (Hypokaustum) einer römischen Villa rustica ausgegraben. Bei den Ausgrabungen stellte sich heraus, dass auf dem "Alte Burg" genannten Gelände früher tatsächlich eine Motte (mittelalterlicher Burgtyp) gestanden hatte."
Wir gehen weiter zur Grabungsstätte. Mit rot-weißem Flatterband ist die Fundstelle weiträumig abgesperrt. Ungefähr eine Stunde halten wir uns dort auf und lauschen den weiteren Erläuterungen von Herrn Moik. Dann heißt es Rückzug antreten.
Die bereits bekannte Prozedur der Bildung von Zweierreihen läuft ohne Hindernisse ab und wir marschieren zu unserem zweiten Etappenziel, der Wassermühle in Kinzweiler.
Dort angekommen ergreift nun Frau Reuter das Wort:"am Merzbach bestanden in früherer Zeit insgesamt zehn Mühlen. Davon alleine drei in Kinzweiler, was für einen so kleinen Ort eine erstaunliche Tatsache ist. Für die Geschichte des Ortes und seiner Menschen sowie im Hinblick auf die früheren Arbeits- und Produktionsverhältnisse sind die ehemaligen Merzbachmühlen von großer Bedeutung. Auch finden sie Interesse aus architektur- und technikgeschichtlichen Gründen. Die noch erhaltene Obere Mühle sollte wegen dieser Erkenntnisse, aber auch aus wissenschaftlicher Sicht unbedingt vor dem Verfall bewahrt und erhalten bleiben.
Wir stehen hier am süd-westlichen Dorfrand von Kinzweiler in Richtung St. Jöris. Die Obere Mühle, ist die erste am Oberlauf des Merzbaches. Diese Mühle gehörte früher, wie die beiden anderen im Ort auch, zum Besitztum der Kinzweiler Burg. In der geschlossenen Hofanlage steht das Wohn- und Mühlenhaus an der westlichen, schmalen Seite des Hofes. Das Gebäude ist zweigeschossig, sechs-achsig, in Backstein errichtet und mit einem Satteldach versehen. Die Fenster sind mit Holzblockzargen gefasst. Maueranker an der Hofseite weisen die Jahreszahl 1786 aus. An der südlichen Giebelseite (Straßenseite) des Hauses ist der Merzbach vorbeigeführt, der in dem westlich vorgelagerten Mühlenteich aufgestaut wurde. Von allen Mühlen am Merzbach war diese Mühle am längsten in Betrieb. Erst Anfang der 50er Jahre wurde der Mahlbetrieb endgültig eingestellt, wenn letztlich auch nur noch Futtergetreide gemahlen wurde. Das Mühlrad ist baufällig geworden und muss deshalb in nächster Zeit abgebaut werden.
Noch etwas Interessantes möchte ich erwähnen. Am 4. August 1941 wurde hier an der oberen Mühle in Kinzweiler beim Ausheben eines Grabens ein umfangreicher Münzschatz entdeckt, der in einem rheinischen Henkelkrug in etwa 60 cm Tiefe vergraben lag. Die Vergrabungs-stelle scheint nicht willkürlich gewählt zu sein, denn sie war eindeutig bestimmt und hätte für den Eingeweihten die Wiederfindung leicht möglich gemacht, wenn man einmal davon ausgeht, daß die Mühle damals bereits bestanden hat. Der Schatz lag in genauer Verlängerung der Achse des Mühlrades und von diesem genau 5 m entfernt. Offenbar war es dem früheren Besitzer nicht mehr vergönnt gewesen, seinen Schatz wieder an sich zu nehmen. Der Henkel-krug enthielt insgesamt 382 Münzen aus der Zeit von 1475 bis 1613."
Nach soviel Informationen hoffen wir auf dem Rückweg unsere Köpfe wieder frei zu bekommen. Wir gehen ein kleines Stück zurück auf der Kirchstraße und biegen dann nach links in die Pferdegasse ein. Am Ende der Pferdegasse folgen wir dem Feldweg der uns wieder zur Begau führt. Als wir wieder in unserem Klassenraum sind ist es bereits 12:30 Uhr. Als Hausaufgabe sollen wir einen Aufsatz über die heutige Wanderung verfassen und wahlweise das Bild einer Burg oder einer Wassermühle malen. Nach einigem Murren lässt uns Frau Reuter auch dann nach Hause gehen.
Den Heimweg treten wir in kleinen Grüppchen an. Ich gehe mit Gusti und Hansi Fieber sowie Helmut Kahmann die Freiheitsstraße in Richtung Michaelstraße entlang. An Fiebers Haus biege ich links in die Gasse ein und laufe am neuen Sportplatz entlang bis zur Straße am Neubaugebiet. Dort biege ich rechts ab und laufe die Gasse zwischen Michaelstraße und Gartenstraße am Bach entlang. Dann bin ich zu Hause und ziehe mich erst einmal in mein Zimmer zurück. Noch ist alles frisch, also schreibe ich auf einem Schmierblatt schon einmal den Aufsatz vor. Ich werde ihn dann am Abend ins Schreibheft übertragen. Jetzt geht es aber erst einmal in die Küche zum Mittagessen und dann nichts wie raus - endlich Fussball spielen.
Freitag, der 5. Juni 1964. Hoengen-Begau
7:00 Uhr.
Das Klappern des Briefkastens kündigt den Erhalt der Tageszeitung an. An diesem Freitag lautet die Schlagzeile "Bundestag billigt Ratifikationsgesetz zum Moskauer Atomteststopp-Abkommen", aber das interessiert mich nicht.
Ich blättere weiter. Im Kulturteil lautet die Überschrift "die Popgruppe The Rolling Stones hat ihren ersten Fernsehauftriff während der US-Tournee". Interessiert lese ich den Artikel durch. Die Wetterkarte auf der Rückseite verspricht warme 23 Grad Celsius und eine trockene Wetterlage.
Auf der TV-Seite ist für 21:00 Uhr eine weiter Folge von 77 Sunset Strip mit dem Titel "Geheimstufe 1" angekündigt. Wir Kinder sind alle Fans von Kookie mit seiner Kratzbürstenstimme (die Serie läuft bereits seit dem Januar 1960). Im Sportteil ist ein großer Bericht über den Start der Fussballbundesliga am 22. August zu sehen. Meine beiden Lieblingsvereine 1860 München und der Meidericher SV sollen beide mit Auswärtsspielen (in Braunschweig und Karlsruhe) starten.
Vom 29. Juli bis zum 8. September sind Sommerferien, so dass jeder von uns den Bundesliga-Start mitbekommen kann. 1964 haben bereits sehr viele Familien auf der Begau ein Schwarz-Weiß-Fernsehgerät z.B. von Nordmende, Telefunken, Saba oder Loewe.
7:30 Uhr. Ich nehme mir meine Schultasche und verlasse die Wohnung. Für den Schulweg brauche ich nur 5 Minuten aber wir Schüler quatschen gerne noch etwas vor Schulbeginn. Heute ist das alles überragende Thema die bevorstehende Wanderung zum Nachbardorf Lürken und die Besichtigung der dortigen Ausgrabungen. Normalerweise hätten wir 5 Stunden Unterricht mit Frau Helene Reuter in den Fächern Rechnen, Geschichte, Erdkunde, Naturkunde und Musik gehabt. Diese Tortur wird jetzt zu unserer Zufriedenheit durch die Wanderung ersetzt.
Da die meisten Jungs selbst Fussballer in der DJK-Begau sind unterhalten wir uns noch eine Zeit über den bevorstehenden Bundesliga-Start und die große Unruhe in der Welt der Erwachsenen, denn gerade läuft in ganz Deutschland eine hitzige Debatte um das deutsche Bildungsniveau. Ausgerechnet auf dem Höhepunkt des Wirtschaftswunders droht Deutschland, das Land der Dichter und Denker, intellektuell zu verkümmern. Die Fakten der Experten sind niederschmetternd. Die Zahl der Abiturienten und Studierenden liegt bundesweit unter dem europäischen Durchschnitt und die Ausgaben für Bildung gehen zurück. Ein eklatanter Lehrermangel kündigt sich an, nur jeder 20. Arbeitersohn schafft den Sprung an die Universität.
8:00 Uhr.
Die Schulklingel ertönt. Wir stellen uns vor dem Eingang in Zweierreihen auf und werden dann von Frau Reuter in die Klasse geführt. Hier wird zuerst ein Gebet gesprochen und dann die Anweseheit der Schüler(innen) überprüft. Die Klasse ist vollzählig. Frau Reuter verlässt für 5 Minuten den Klassenraum um sich mit Herrn Moik abzusprechen.
Am 21. März hatte ich mein Zeugnis empfangen und bin seitdem Schüler des 6.ten Schuljahres. Die Klassenlehrerin ist Frau Helene Reuter. Ihre Schwester Katharina Reuter wurde voriges Jahr pensioniert. Ihr Nachfolger als Schulleiter ist Herr Moik.
Zusammen mit dem 7.ten Schuljar stellen wir uns wieder in Zweierreihen auf dem Schulhof auf. Die Spitze der Wandergruppe übernimmt Frau Reuter und Herr Moik bildet die Nachhut.
Vom Schulhof geht es über die Ehrenstraße bergauf, dann rechts in den Alten Römerweg. An allen 4 Querstraßen vorbei bis zum Feldweg hinter der Gartenstraße (heute St.-Jöris Straße). Dort geht es links ab in Richtung Kinzweiler. Noch vor dem Anfang der Pferdegasse in Kinzweiler biegen wir links auf einen Feldweg. Ab jetzt geht es nur noch geradeaus. Wir erreichen die Kinzweiler Burg und überschreiten die Landstraße. Die Burg zu unserer Rechten marschieren wir nun auf der Straße in Richtung Lürken. Kurz vor Lürken treffen wir auf eine Kreuzung. Links geht es nach Warden, geradeaus nach Laurenzberg und rechts sehen wir schon die Häuser von Lürken.
Nach insgesamt gut einer Stunde Gehzeit erreichen wir Lürken. Am Ortseingang führt Frau Reuter uns auf eine Wiese. Hier bekommen wir noch einige Informationen zur Grabungsstätte und auch Anweisungen zu unserem Verhalten im Bereich der Grabungsstätte. Herr Moik referiert daran anschließend:"das rheinische Landesamt für Denkmalpflege hat vor 3 Jahren in der hügeligen Obstwiese der Burg Lürken mit Ausgrabungen begonnen die sich bis in den Spätherbst 1963 hingezogen haben. Es wurden die Reste eines Badetraktes (Hypokaustum) einer römischen Villa rustica ausgegraben. Bei den Ausgrabungen stellte sich heraus, dass auf dem "Alte Burg" genannten Gelände früher tatsächlich eine Motte (mittelalterlicher Burgtyp) gestanden hatte."
Wir gehen weiter zur Grabungsstätte. Mit rot-weißem Flatterband ist die Fundstelle weiträumig abgesperrt. Ungefähr eine Stunde halten wir uns dort auf und lauschen den weiteren Erläuterungen von Herrn Moik. Dann heißt es Rückzug antreten.
Die bereits bekannte Prozedur der Bildung von Zweierreihen läuft ohne Hindernisse ab und wir marschieren zu unserem zweiten Etappenziel, der Wassermühle in Kinzweiler.
Dort angekommen ergreift nun Frau Reuter das Wort:"am Merzbach bestanden in früherer Zeit insgesamt zehn Mühlen. Davon alleine drei in Kinzweiler, was für einen so kleinen Ort eine erstaunliche Tatsache ist. Für die Geschichte des Ortes und seiner Menschen sowie im Hinblick auf die früheren Arbeits- und Produktionsverhältnisse sind die ehemaligen Merzbachmühlen von großer Bedeutung. Auch finden sie Interesse aus architektur- und technikgeschichtlichen Gründen. Die noch erhaltene Obere Mühle sollte wegen dieser Erkenntnisse, aber auch aus wissenschaftlicher Sicht unbedingt vor dem Verfall bewahrt und erhalten bleiben.
Wir stehen hier am süd-westlichen Dorfrand von Kinzweiler in Richtung St. Jöris. Die Obere Mühle, ist die erste am Oberlauf des Merzbaches. Diese Mühle gehörte früher, wie die beiden anderen im Ort auch, zum Besitztum der Kinzweiler Burg. In der geschlossenen Hofanlage steht das Wohn- und Mühlenhaus an der westlichen, schmalen Seite des Hofes. Das Gebäude ist zweigeschossig, sechs-achsig, in Backstein errichtet und mit einem Satteldach versehen. Die Fenster sind mit Holzblockzargen gefasst. Maueranker an der Hofseite weisen die Jahreszahl 1786 aus. An der südlichen Giebelseite (Straßenseite) des Hauses ist der Merzbach vorbeigeführt, der in dem westlich vorgelagerten Mühlenteich aufgestaut wurde. Von allen Mühlen am Merzbach war diese Mühle am längsten in Betrieb. Erst Anfang der 50er Jahre wurde der Mahlbetrieb endgültig eingestellt, wenn letztlich auch nur noch Futtergetreide gemahlen wurde. Das Mühlrad ist baufällig geworden und muss deshalb in nächster Zeit abgebaut werden.
Noch etwas Interessantes möchte ich erwähnen. Am 4. August 1941 wurde hier an der oberen Mühle in Kinzweiler beim Ausheben eines Grabens ein umfangreicher Münzschatz entdeckt, der in einem rheinischen Henkelkrug in etwa 60 cm Tiefe vergraben lag. Die Vergrabungs-stelle scheint nicht willkürlich gewählt zu sein, denn sie war eindeutig bestimmt und hätte für den Eingeweihten die Wiederfindung leicht möglich gemacht, wenn man einmal davon ausgeht, daß die Mühle damals bereits bestanden hat. Der Schatz lag in genauer Verlängerung der Achse des Mühlrades und von diesem genau 5 m entfernt. Offenbar war es dem früheren Besitzer nicht mehr vergönnt gewesen, seinen Schatz wieder an sich zu nehmen. Der Henkel-krug enthielt insgesamt 382 Münzen aus der Zeit von 1475 bis 1613."
Nach soviel Informationen hoffen wir auf dem Rückweg unsere Köpfe wieder frei zu bekommen. Wir gehen ein kleines Stück zurück auf der Kirchstraße und biegen dann nach links in die Pferdegasse ein. Am Ende der Pferdegasse folgen wir dem Feldweg der uns wieder zur Begau führt. Als wir wieder in unserem Klassenraum sind ist es bereits 12:30 Uhr. Als Hausaufgabe sollen wir einen Aufsatz über die heutige Wanderung verfassen und wahlweise das Bild einer Burg oder einer Wassermühle malen. Nach einigem Murren lässt uns Frau Reuter auch dann nach Hause gehen.
Den Heimweg treten wir in kleinen Grüppchen an. Ich gehe mit Gusti und Hansi Fieber sowie Helmut Kahmann die Freiheitsstraße in Richtung Michaelstraße entlang. An Fiebers Haus biege ich links in die Gasse ein und laufe am neuen Sportplatz entlang bis zur Straße am Neubaugebiet. Dort biege ich rechts ab und laufe die Gasse zwischen Michaelstraße und Gartenstraße am Bach entlang. Dann bin ich zu Hause und ziehe mich erst einmal in mein Zimmer zurück. Noch ist alles frisch, also schreibe ich auf einem Schmierblatt schon einmal den Aufsatz vor. Ich werde ihn dann am Abend ins Schreibheft übertragen. Jetzt geht es aber erst einmal in die Küche zum Mittagessen und dann nichts wie raus - endlich Fussball spielen.
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