Ein Spaziergang von Begau nach Warden im Jahr
1968.
Es ist Sonntag der 28. Juli 1968 gegen 11:00 Uhr. Es ist leicht bewölkt
bei ca. 19 Grad Celsius. Bestes Spaziergehwetter. Ich starte wie immer in der
Gartenstraße 13 in Hoengen/Begau. Ich gehe die Gartenstraße rechts hoch bis zur
Glück Auf Straße. Links kann ich das noch relativ neue Gebäude der Firma 3
Pagen sehen. Ich biege aber rechts ab und gehe bis zum Ende der Glück Auf
Straße. Dann gehe ich ein Stück links in die Michaelstraße hinein und sofort
wieder rechts in die Barbarastraße. Vorbei am Haus meines ehemaligen
Mitschülers Gerhard Heffels gehe ich vor bis zur Verbindungs-gasse Barbarastraße
- Freiheitsstraße
Ich schaue in die Gasse hinein und kann sehen,
dass Fiebers Fred in seinem Garten arbeitet. Ich gehe an den Häusern der
Familien Hollenbrock, Plikat und Strecker (alles ehemalige Schulkameradinnen
und Schulkameraden) weiter vor bis zur zweiten Verbindungsgasse Barbarastraße -
Freiheitsstraße. Auch in diese Gasse schaue ich hinein, kann aber niemanden
sehen. Am Ende der Gasse auf der linken Seite wohnen meine Großeltern Oskar und
Erna Palm, in der Freiheitsstraße Nr. 4. Ich gehe nun bis zum Ende der (großen)
Barbarastraße und biege dann links in die Ehrenstraße ab. Ich gehe rüber zum Bürgersteig vor der Gaststätte
"zum Heidekrug" und setze meinen Weg fort bis hinter dem Gebäude vom
Architekten Poensgen. Nach einem Blick auf die Begauer Kirche St. Michael biege
ich rechts in die Hermann-Löns-Straße ein.
Die
Hermann-Löns-Straße gibt es erst seit Anfang der 60er-Jahre. Vorher war dort
nur ein Feldweg den viele Begauer als Abkürzung nutzten zur
Straßenbahn-Haltestelle am Dreieck.
Ich laufe die Straße entlang. Auf der rechten Seite
am Ende der Hermann-Löns-Straße - Ecke Randstraße steht das Lebensmittel-Geschäft
von Johanna Lazogga. Bei ihr kaufe ich schon einmal etwas zu trinken oder
Zigaretten. Nachdem ich das Haus von Heinz Wolter auf der linken Seite passiert
habe (es ist das letzte Haus der Hermann-Löns-Straße) folge ich der Teerstraße in
Richtung Warden. Nach wenigen Metern überquere ich die Schienen der Straßenbahn
Linie 28 Eschweiler - Alsdorf. Rechts und links der Straße sind große Felder.
Etwas weiter links kann ich ein paar Häuser der Vogelsiedlung, das
Bürgermeisteramt und die Feuerwehrhalle sehen.
Im Gebäude der Feuerwehr wohnt meine Mitschülerin
Brigitte Michels mit ihrer Familie. Rechts ziehen sich die Felder bis zum
Sportplatz in Warden und mitten durch die Felder verlaufen in zwei großen
Kurven die Schienen der Straßenbahn. Die Straße macht nun einen längeren Bogen
nach rechts und stößt schließlich auf die Wardener Straße......... [Ein Teil dieser Straße führt noch heute als Fußgängerweg an der
Autobahn vorbei nach Warden. Die Wardener Straße (heute "Alte Wardener
Straße") führte abzweigend von der B1 (Aachener Straße) vom
Bürgermeisteramt durch die Felder nach Warden. Ungefähr auf halbem Weg kam dann
die Abzweigung zur Begau] ......
Zuerst einmal bleibe ich an diesem Punkt
stehen und schaue mich um. Ein eigenartiges, nein ein schönes Gefühl erlebe ich
bei meinem Rundumblick. Ich stehe mitten in den Feldern. Weit und breit nur
Gerste, Roggen und Weizen. Hinter mir die Begauer Kirche und einige Dächer, vor
mir der Blick in Richtung Hoengen zeigt nur Felder. Links die Dächer der Vogelsiedlung
und rechts, noch ein gutes Stück weg, die Häuser von Warden.
Ich folge nun der Wardener Straße bis ich die
ersten Häuser von Warden erreiche. Das erste Haus auf der rechten Seite ist das
Lebensmittelgeschäft von Johanna Brehm an der Ecke Wardener Straße -
Kinzweilerstraße. Ein Haus weiter ist das Friseurgeschäft von Winand und Agnes
Brehm. Ich gehe weiter vorwärts bis zur Einmündung in die Teutonenstraße. Hier
auf der Ecke ist das Lebensmittelgeschäft von Elsa Schnitzler. Ich gehe weiter
vor. Auf der linken Seite ist das Haus von Peter Büttgen.
Ich habe Peter in der
Hauptwerkstatt Maria II während meiner Ausbildung kennen gelernt. Er arbeitet
dort als Dreher in der Dreherei. Nebenbei hat er noch eine Versicherungsagentur
der Gothaer-Versicherung. Nun gehe ich bis zum Ehrenfriedhof und setze mich
dort auf die Mauer. Gegenüber ist das Putz- und Stuckgeschäft von Franz Schmitz. Ich kann jetzt noch nicht wissen, dass ich 34 Jahre später dieses
Haus kaufen werde.
Weiter geht es bis zum Ende der Wardener Straße. Rechts in Haus Nr.
1 wohnt der Gemeinde Direktor Johann Kayen.
Ich biege nun rechts in die Goethestraße ein.
Vorbei an der Autolackiererei Hofmann und dem Friseurgeschäft Flecken gehe ich
bis zur Kreuzung der Goethestraße mit der Jakobstraße und der Annastraße. Links
auf der Ecke steht die Gaststätte "zum alten Gericht". Links führt
auch die Annastraße (heute "Am alten Gericht") in Richtung
Aldenhoven. Am Anfang der Annastraße steht rechts das "alte Gericht"
- das Gebäude wird aus dem 17/18-Jahrhundert geschätzt -.
Etwas weiter vor in Richtung Aldenhoven ist dann ebenfalls auf der
rechten Seite die Schule von Warden.
Die Annastraße ist unser Weg, wenn wir im Sommer
mit den Rädern zum Freibad in Aldenhoven fahren. Dieser Radweg macht mir immer
Spaß weil er nur durch Felder führt. Auf meiner Seite an der Kreuzung ist die
Gaststätte "zur alten Schmiede" von Eduard und Käthe Waschek. In
dieser Gaststätte habe ich schon oft mit Schulkameraden aus der Begau Kicker
gespielt. Gegenüber in der Jakobstraße Nr. 1 sehe ich die Metzgerei
Hommelsheim. Ich biege rechts in die Jakobstraße ein. Im ersten Haus mit der
Hausnummer 2 auf der rechten Seite ist das Haushaltswarengeschäft von Christel
Schmitz. Danach folgt der Konsum. Ich gehe weiter vor und erreiche den Tatersaal.
Man hört Stimmen und Geklirre von Gläsern der Frühschoppen-Gäste. Der Tatersaal
hat erst vor kurzem neu eröffnet. Am Wochenende spielen dort regelmäßig lokale
Bands. In letzter Zeit bin ich Samstags schon einmal da.
The Heads
Ich gehe weiter am Geschäft Müssgens (Bettenwaren,
Lederwaren, Innenausstattung und Dekoration) vorbei. Auf der linken Seite sehe
ich jetzt das Haus der Familie Breuer in der Jakobstraße 27. Meine Tante Hanni
Breuer wohnt dort mit meinem Onkel Fritz und ihren zwei Kindern Christiane und Matthias
.Vor drei Jahren ist ihr ältester Sohn, mein Vetter Jacki, als Fussgänger von
einem Auto auf der Landstraße Richtung Kinzweiler totgefahren worden. Ich gehe
weiter vor bis zur Bäckerei von Josef Offermanns. Zwei Frauen stehen an der
Ladentheke und sprechen mit der Verkäuferin. Da geht es bestimmt um den
Sonntagskuchen. Ich gehe weiter am Brennstoffhandel Roth vorbei bis zum Abzweig
in die Kinzweilerstraße. Hier steht das Geschäft der Gärtnerei Thelen. Wie
immer ist das Schaufenster schön dekoriert. Ich biege rechts in die
Kinzweilerstraße ein und folge ihr durch die nächste Linkskurve. Geradeaus geht
es nun in die Quellenstraße hinein während die Kinzweilerstraße rechts weiter
verläuft. Am Dachdeckermeister Peter Lothmann gehe ich vorbei bis zum Ende der
Quellenstraße wo sich der Sportplatz von Eintracht Warden befindet.
Mit der DJK-Begau habe ich zweimal auf diesem Platz
gespielt. Rechts vor dem Sportplatz ist noch die Gaststätte Schüller. Ich gehe
weiter geradeaus bis zur Haltestelle der Straßenbahn. Dort gibt es einen
Trampelpfad über den man den Feldweg zwischen Warden und Begau erreicht. Diesen
Feldweg gehe ich nun am Wardener Bach entlang in Richtung Begau. Rechts kann
ich die Baracke vom roten Pauly sehen. Ich weiß eigentlich gar nicht richtig warum
er in der Begau so einen schlechten Ruf hat. Aber alle Eltern warnen ihre
Kinder, der Baracke nur ja nicht zu nahe zu kommen.
Rechts kann ich nun die
Häuser der Randsiedlung sehen und die Litfaßsäule an unserem ehemaligen
Rollschuhplatz Ecke Heideweg und Pützbruchstraße. Ich biege nun aber links ab
in Richtung Judenfriedhof.
Rechts zieht sich das Feld bis zur Ehrenstraße. Ich
kann die Giebel der Lehrerhäuser vom Feldweg aus sehen. Links erstreckt sich
das Feld bis zur Straßenbahn-Haltestelle in Warden. Gegenüber vom Judenfriedhof
setze ich mich für ein Päuschen auf die unter hohen Pappeln stehende
"rote" Bank. Das Eingangstor vom Judenfriedhof steht sperrangelweit
auf. Diese Ecke der Begau ist ein Treffpunkt für die Begauer Kinder. Hier ist man
meist ungestört und vor neugierigen Blicken durch viele Sträucher und Bäume
geschützt. Leider ist jetzt gerade niemand hier so dass ich mich nach einer
kleinen Pause wieder auf den Weg mache. Ich gehe das ansteigende kurze
Reststück des Feldweges weiter und biege rechts in den alten Römerweg ein. Ich
schaue nach links und sehe in einiger Entfernung die Brücke der
Straßenbahnlinie 28. Viel weiter hinten sind die ersten Häuser der Wardener
Jakobstraße zu erkennen. Der alte Römerweg ist die Verbindungsstraße von der Begau
zur Wardener Jakobstraße. Erst vor kurzem wurde dieser Verbindungsweg zur
Straße ausgebaut und geteert. Am Friedhof vorbei erreiche ich die Einmündung
der Ehrenstraße. Rechts stehen hier die drei Lehrerhäuser. Ich quere die
Ehrenstraße und wechsele auf den Bürgersteig vom "Alter Römerweg".
Dort bleibe ich einen Augenblick stehen und schaue mir das verbliebene Stück
Wiese zwischen Carl-Diem-Straße und "Alter Römerweg" an.
Viel ist es
nicht mehr denn unten an der Carl-Diem-Straße stehen schon einige Häuser auf
der ehemaligen Gemeinschaftswiese. Eines der Häuser ist das der Familie Zöller.
Joachim Zöller war ein Schulkamerad, der erst kürzlich mit seinem Moped tödlich
verunglückt ist. Ich sehe das Trafo-Häuschen und den 1962 errichteten
Spielplatz auf dem einige Kinder spielen. Ich folge dem alten Römerweg bis zur
Gartenstraße und biege dort rechts ab. Nach wenigen Metern habe ich mein
Elternhaus wieder erreicht. Jetzt ein gutes Mittagessen denn so langsam meldet
sich der Hunger. Anschließend werde ich wohl auf eine Cola in die Siedlerklause
gehen. Vielleicht treffe ich ja jemanden zum Kickerspielen.

















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