Donnerstag, 2. April 2020

Ein Spaziergang von Begau nach Warden im Jahr 1968.

Ein Spaziergang von Begau nach Warden im Jahr 1968.

Es ist Sonntag der 28. Juli 1968 gegen 11:00 Uhr. Es ist leicht bewölkt bei ca. 19 Grad Celsius. Bestes Spaziergehwetter. Ich starte wie immer in der Gartenstraße 13 in Hoengen/Begau. Ich gehe die Gartenstraße rechts hoch bis zur Glück Auf Straße. Links kann ich das noch relativ neue Gebäude der Firma 3 Pagen sehen. Ich biege aber rechts ab und gehe bis zum Ende der Glück Auf Straße. Dann gehe ich ein Stück links in die Michaelstraße hinein und sofort wieder rechts in die Barbarastraße. Vorbei am Haus meines ehemaligen Mitschülers Gerhard Heffels gehe ich vor bis zur Verbindungs-gasse Barbarastraße - Freiheitsstraße



Ich schaue in die Gasse hinein und kann sehen, dass Fiebers Fred in seinem Garten arbeitet. Ich gehe an den Häusern der Familien Hollenbrock, Plikat und Strecker (alles ehemalige Schulkameradinnen und Schulkameraden) weiter vor bis zur zweiten Verbindungsgasse Barbarastraße - Freiheitsstraße. Auch in diese Gasse schaue ich hinein, kann aber niemanden sehen. Am Ende der Gasse auf der linken Seite wohnen meine Großeltern Oskar und Erna Palm, in der Freiheitsstraße Nr. 4. Ich gehe nun bis zum Ende der (großen) Barbarastraße und biege dann links in die Ehrenstraße ab. Ich gehe rüber zum Bürgersteig vor der Gaststätte "zum Heidekrug" und setze meinen Weg fort bis hinter dem Gebäude vom Architekten Poensgen. Nach einem Blick auf die Begauer Kirche St. Michael biege ich rechts in die Hermann-Löns-Straße ein.


Die Hermann-Löns-Straße gibt es erst seit Anfang der 60er-Jahre. Vorher war dort nur ein Feldweg den viele Begauer als Abkürzung nutzten zur Straßenbahn-Haltestelle am Dreieck. 




Ich laufe die Straße entlang. Auf der rechten Seite am Ende der Hermann-Löns-Straße - Ecke Randstraße steht das Lebensmittel-Geschäft von Johanna Lazogga. Bei ihr kaufe ich schon einmal etwas zu trinken oder Zigaretten. Nachdem ich das Haus von Heinz Wolter auf der linken Seite passiert habe (es ist das letzte Haus der Hermann-Löns-Straße) folge ich der Teerstraße in Richtung Warden. Nach wenigen Metern überquere ich die Schienen der Straßenbahn Linie 28 Eschweiler - Alsdorf. Rechts und links der Straße sind große Felder. Etwas weiter links kann ich ein paar Häuser der Vogelsiedlung, das Bürgermeisteramt und die Feuerwehrhalle sehen.



Im Gebäude der Feuerwehr wohnt meine Mitschülerin Brigitte Michels mit ihrer Familie. Rechts ziehen sich die Felder bis zum Sportplatz in Warden und mitten durch die Felder verlaufen in zwei großen Kurven die Schienen der Straßenbahn. Die Straße macht nun einen längeren Bogen nach rechts und stößt schließlich auf die Wardener Straße......... [Ein Teil dieser Straße führt noch heute als Fußgängerweg an der Autobahn vorbei nach Warden. Die Wardener Straße (heute "Alte Wardener Straße") führte abzweigend von der B1 (Aachener Straße) vom Bürgermeisteramt durch die Felder nach Warden. Ungefähr auf halbem Weg kam dann die Abzweigung zur Begau] ......

Zuerst einmal bleibe ich an diesem Punkt stehen und schaue mich um. Ein eigenartiges, nein ein schönes Gefühl erlebe ich bei meinem Rundumblick. Ich stehe mitten in den Feldern. Weit und breit nur Gerste, Roggen und Weizen. Hinter mir die Begauer Kirche und einige Dächer, vor mir der Blick in Richtung Hoengen zeigt nur Felder. Links die Dächer der Vogelsiedlung und rechts, noch ein gutes Stück weg, die Häuser von Warden.

Ich folge nun der Wardener Straße bis ich die ersten Häuser von Warden erreiche. Das erste Haus auf der rechten Seite ist das Lebensmittelgeschäft von Johanna Brehm an der Ecke Wardener Straße - Kinzweilerstraße. Ein Haus weiter ist das Friseurgeschäft von Winand und Agnes Brehm. Ich gehe weiter vorwärts bis zur Einmündung in die Teutonenstraße. Hier auf der Ecke ist das Lebensmittelgeschäft von Elsa Schnitzler. Ich gehe weiter vor. Auf der linken Seite ist das Haus von Peter Büttgen.



 Ich habe Peter in der Hauptwerkstatt Maria II während meiner Ausbildung kennen gelernt. Er arbeitet dort als Dreher in der Dreherei. Nebenbei hat er noch eine Versicherungsagentur der Gothaer-Versicherung. Nun gehe ich bis zum Ehrenfriedhof und setze mich dort auf die Mauer. Gegenüber ist das Putz- und Stuckgeschäft von Franz Schmitz. Ich kann jetzt noch nicht wissen, dass ich 34 Jahre später dieses Haus kaufen werde.

 



Weiter geht es bis zum Ende der Wardener Straße. Rechts in Haus Nr. 1 wohnt der Gemeinde Direktor Johann Kayen. 



Ich biege nun rechts in die Goethestraße ein. Vorbei an der Autolackiererei Hofmann und dem Friseurgeschäft Flecken gehe ich bis zur Kreuzung der Goethestraße mit der Jakobstraße und der Annastraße. Links auf der Ecke steht die Gaststätte "zum alten Gericht". Links führt auch die Annastraße (heute "Am alten Gericht") in Richtung Aldenhoven. Am Anfang der Annastraße steht rechts das "alte Gericht" - das Gebäude wird aus dem 17/18-Jahrhundert geschätzt -.



Etwas weiter vor in Richtung Aldenhoven ist dann ebenfalls auf der rechten Seite die Schule von Warden. 



Die Annastraße ist unser Weg, wenn wir im Sommer mit den Rädern zum Freibad in Aldenhoven fahren. Dieser Radweg macht mir immer Spaß weil er nur durch Felder führt. Auf meiner Seite an der Kreuzung ist die Gaststätte "zur alten Schmiede" von Eduard und Käthe Waschek. In dieser Gaststätte habe ich schon oft mit Schulkameraden aus der Begau Kicker gespielt. Gegenüber in der Jakobstraße Nr. 1 sehe ich die Metzgerei Hommelsheim. Ich biege rechts in die Jakobstraße ein. Im ersten Haus mit der Hausnummer 2 auf der rechten Seite ist das Haushaltswarengeschäft von Christel Schmitz. Danach folgt der Konsum. Ich gehe weiter vor und erreiche den Tatersaal. Man hört Stimmen und Geklirre von Gläsern der Frühschoppen-Gäste. Der Tatersaal hat erst vor kurzem neu eröffnet. Am Wochenende spielen dort regelmäßig lokale Bands. In letzter Zeit bin ich Samstags schon einmal da.



 The Heads

Ich gehe weiter am Geschäft Müssgens (Bettenwaren, Lederwaren, Innenausstattung und Dekoration) vorbei. Auf der linken Seite sehe ich jetzt das Haus der Familie Breuer in der Jakobstraße 27. Meine Tante Hanni Breuer wohnt dort mit meinem Onkel Fritz und ihren zwei Kindern Christiane und Matthias .Vor drei Jahren ist ihr ältester Sohn, mein Vetter Jacki, als Fussgänger von einem Auto auf der Landstraße Richtung Kinzweiler totgefahren worden. Ich gehe weiter vor bis zur Bäckerei von Josef Offermanns. Zwei Frauen stehen an der Ladentheke und sprechen mit der Verkäuferin. Da geht es bestimmt um den Sonntagskuchen. Ich gehe weiter am Brennstoffhandel Roth vorbei bis zum Abzweig in die Kinzweilerstraße. Hier steht das Geschäft der Gärtnerei Thelen. Wie immer ist das Schaufenster schön dekoriert. Ich biege rechts in die Kinzweilerstraße ein und folge ihr durch die nächste Linkskurve. Geradeaus geht es nun in die Quellenstraße hinein während die Kinzweilerstraße rechts weiter verläuft. Am Dachdeckermeister Peter Lothmann gehe ich vorbei bis zum Ende der Quellenstraße wo sich der Sportplatz von Eintracht Warden befindet.


Mit der DJK-Begau habe ich zweimal auf diesem Platz gespielt. Rechts vor dem Sportplatz ist noch die Gaststätte Schüller. Ich gehe weiter geradeaus bis zur Haltestelle der Straßenbahn. Dort gibt es einen Trampelpfad über den man den Feldweg zwischen Warden und Begau erreicht. Diesen Feldweg gehe ich nun am Wardener Bach entlang in Richtung Begau. Rechts kann ich die Baracke vom roten Pauly sehen. Ich weiß eigentlich gar nicht richtig warum er in der Begau so einen schlechten Ruf hat. Aber alle Eltern warnen ihre Kinder, der Baracke nur ja nicht zu nahe zu kommen. 



Rechts kann ich nun die Häuser der Randsiedlung sehen und die Litfaßsäule an unserem ehemaligen Rollschuhplatz Ecke Heideweg und Pützbruchstraße. Ich biege nun aber links ab in Richtung Judenfriedhof. 


Rechts zieht sich das Feld bis zur Ehrenstraße. Ich kann die Giebel der Lehrerhäuser vom Feldweg aus sehen. Links erstreckt sich das Feld bis zur Straßenbahn-Haltestelle in Warden. Gegenüber vom Judenfriedhof setze ich mich für ein Päuschen auf die unter hohen Pappeln stehende "rote" Bank. Das Eingangstor vom Judenfriedhof steht sperrangelweit auf. Diese Ecke der Begau ist ein Treffpunkt für die Begauer Kinder. Hier ist man meist ungestört und vor neugierigen Blicken durch viele Sträucher und Bäume geschützt. Leider ist jetzt gerade niemand hier so dass ich mich nach einer kleinen Pause wieder auf den Weg mache. Ich gehe das ansteigende kurze Reststück des Feldweges weiter und biege rechts in den alten Römerweg ein. Ich schaue nach links und sehe in einiger Entfernung die Brücke der Straßenbahnlinie 28. Viel weiter hinten sind die ersten Häuser der Wardener Jakobstraße zu erkennen. Der alte Römerweg ist die Verbindungsstraße von der Begau zur Wardener Jakobstraße. Erst vor kurzem wurde dieser Verbindungsweg zur Straße ausgebaut und geteert. Am Friedhof vorbei erreiche ich die Einmündung der Ehrenstraße. Rechts stehen hier die drei Lehrerhäuser. Ich quere die Ehrenstraße und wechsele auf den Bürgersteig vom "Alter Römerweg". Dort bleibe ich einen Augenblick stehen und schaue mir das verbliebene Stück Wiese zwischen Carl-Diem-Straße und "Alter Römerweg" an. 




Viel ist es nicht mehr denn unten an der Carl-Diem-Straße stehen schon einige Häuser auf der ehemaligen Gemeinschaftswiese. Eines der Häuser ist das der Familie Zöller. Joachim Zöller war ein Schulkamerad, der erst kürzlich mit seinem Moped tödlich verunglückt ist. Ich sehe das Trafo-Häuschen und den 1962 errichteten Spielplatz auf dem einige Kinder spielen. Ich folge dem alten Römerweg bis zur Gartenstraße und biege dort rechts ab. Nach wenigen Metern habe ich mein Elternhaus wieder erreicht. Jetzt ein gutes Mittagessen denn so langsam meldet sich der Hunger. Anschließend werde ich wohl auf eine Cola in die Siedlerklause gehen. Vielleicht treffe ich ja jemanden zum Kickerspielen.






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