Mittwoch, 1. April 2020

Erinnerungen an die Begau der 50er und 60er-Jahre




Erinnerungen an die Begau der 50er und 60er-Jahre

Da gab es den Lebensmittelladen von Meier (Edeka), den Bäcker Mainz (mit selbst gebackenen Backwaren) und den Metzger Emundts (Braun) (der noch selbst schlachtete). Es gab den Futtermittelhändler Lenz, das Lederwarengeschäft Emondts und den Friseur Heidemanns. Es gab in der Michaelstraße einen Schuster. Wenn etwas zu transportieren war übernahm das Heinz Wolter (auf der Weide).
Es gab drei Gaststätten in Begau. Die altehrwürdig Siedlerklause, den Heidekrug (Breuer) und die Gaststätte Merkelbach. Rechts neben dem Heidekrug gab es zeitweise auch ein Lebensmittelgeschäft genauso wie später auf der Ecke Rand-straße – Herman-Löns-Straße (bei Hanna).

In das Dorf hinein kamen der Eismann (Herr Nacken), der Frittenwagen (Fam. Reif), der Milchmann, der Scherenschleifer, der Lumpen-Alteisen-Mann, der Schornsteinfeger und der Fäkalienwagen zum Abpumpen der Jauchegruben.

Es gab die katholische Volksschule für alle Begauer(innen) bis zum achten Schuljahr und es gab den Kindergarten in der Michaelstraße.

Fronleichnam war der Weg für die Prozession komplett mit einem Blütenteppich geschmückt. Das waren oft richtige Kunstweke und es war immer ein komisches Gefühl, wenn diese Kunstwerke durch die darüber-latschenden Gläubigen der Prozession zerstört wurden.

Es gab ein reges Vereinsleben in der DJK-Jugendsport Begau, bei den Schützen, im Karnevalsverein und bei den Pfadfindern. Nicht wenige Begauer hatten noch Tauben und nahmen mit ihnen an vielen Wettbewerben teil.



Es gab einen Knappschaftsältesten, den Siedlungsobmann, einen Polizisten, einen Architekten und drei bewohnte Lehrerhäuser.

Es gab ein Mai-Königspaar, manchmal einen Maibaum, die Fahrräder wurden zum Maifest richtig schön geschmückt, das Schützenfest mit Kirmes, der Sankt Martin hatte tatsächlich noch ein Pferd und Karneval ging ein kleiner aber schö-ner Karnevalszug an dem sowohl die Kinder des Kindergartens als auch alle Schüler teilnahmen.

Was davon ist geblieben? Kein einzige Geschäft hat überlebt. Die Siedlerklause ist die einzige Gaststätte und der Karnevalsverein der einzige Verein den es noch gibt. Mobile Händler außer Bofrost gibt es nicht mehr. Die Volksschule ist nur noch eine Grundschule und den Kindergarten gibt es auch nicht mehr. Traurig.



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