Erinnerungen
an die Begau der 50er und 60er-Jahre
Da
gab es den Lebensmittelladen von Meier (Edeka), den Bäcker Mainz (mit selbst
gebackenen Backwaren) und den Metzger Emundts (Braun) (der noch selbst
schlachtete). Es gab den Futtermittelhändler Lenz, das Lederwarengeschäft
Emondts und den Friseur Heidemanns. Es gab in der Michaelstraße einen Schuster.
Wenn etwas zu transportieren war übernahm das Heinz Wolter (auf der Weide).
Es
gab drei Gaststätten in Begau. Die altehrwürdig Siedlerklause, den Heidekrug (Breuer)
und die Gaststätte Merkelbach. Rechts neben dem Heidekrug gab es zeitweise auch
ein Lebensmittelgeschäft genauso wie später auf der Ecke Rand-straße –
Herman-Löns-Straße (bei Hanna).
In
das Dorf hinein kamen der Eismann (Herr Nacken), der Frittenwagen (Fam. Reif),
der Milchmann, der Scherenschleifer, der Lumpen-Alteisen-Mann, der
Schornsteinfeger und der Fäkalienwagen zum Abpumpen der Jauchegruben.
Es
gab die katholische Volksschule für alle Begauer(innen) bis zum achten
Schuljahr und es gab den Kindergarten in der Michaelstraße.
Fronleichnam
war der Weg für die Prozession komplett mit einem Blütenteppich geschmückt. Das
waren oft richtige Kunstweke und es war immer ein komisches Gefühl, wenn diese
Kunstwerke durch die darüber-latschenden Gläubigen der Prozession zerstört
wurden.
Es
gab ein reges Vereinsleben in der DJK-Jugendsport Begau, bei den Schützen, im
Karnevalsverein und bei den Pfadfindern. Nicht wenige Begauer hatten noch
Tauben und nahmen mit ihnen an vielen Wettbewerben teil.
Es
gab einen Knappschaftsältesten, den Siedlungsobmann, einen Polizisten, einen
Architekten und drei bewohnte Lehrerhäuser.
Es
gab ein Mai-Königspaar, manchmal einen Maibaum, die Fahrräder wurden zum
Maifest richtig schön geschmückt, das Schützenfest mit Kirmes, der Sankt Martin
hatte tatsächlich noch ein Pferd und Karneval ging ein kleiner aber schö-ner
Karnevalszug an dem sowohl die Kinder des Kindergartens als auch alle Schüler
teilnahmen.
Was
davon ist geblieben? Kein einzige Geschäft hat überlebt. Die Siedlerklause ist
die einzige Gaststätte und der Karnevalsverein der einzige Verein den es noch
gibt. Mobile Händler außer Bofrost gibt es nicht mehr. Die Volksschule ist nur
noch eine Grundschule und den Kindergarten gibt es auch nicht mehr. Traurig.




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